Entstehung der Seelsorgestelle Rehhof

Die Daten und Angaben zur Gründung der Rehhofsiedlung und der Seelsorgestelle Rehhof sind entnommen der Diplomarbeit zur Erlangung des Magistergrades an der Theologischen Fakultät Salzburg von Mag. Johann Steinwender aus dem Jahr 1985 (die Texte werden leicht gekürzt wiedergegeben):

Auf Initiative der Stadtgemeinde Hallein wurde im Jahr 1951 mit dem Bau von Siedlungshäusern begonnen. Erstes offizielles Datum ist der 21. April 1951. In einem Brief des Österr. Siedlungswerks an den Weihbischof Dr. Johannes Filzer wurde dieser gebeten, an diesem Tag die kirchliche Weihe des Siedlungsgebietes „Rehhof“ vorzunehmen.

In diesem Schreiben ist unter anderem zu lesen: Mit den Vorbereitungsarbeiten für die Rehhofsiedlung bei Hallein wurde vorerst ein Grundstück im Ausmaß von 7,5 Hektar von der Kongregation der Halleiner Schulschwestern käuflich erworben. Auf diesem Gelände sollen nun 103 Siedlungshäuser, 1 Kirche und 1 Kindergarten für die Halleiner Schulschwestern entstehen. Für das Jahr 1951 (1. Bauetappe) ist die Errichtung von 48 Siedlerstellen geplant.

Als die Siedlung gegründet wurde, sind schon inmitten der Anlage entsprechende Grundstücke für eine Kirche vorgesehen und von der Erzdiözese angekauft worden. Mit dem Kaufvertrag vom 24.11. und 17.12.1955 für die Kirche „Unserer Lieben Frau der Königin des Weltalls“ wird dieser Akt bestätigt – so schreibt Pfarrer Schitter 1965 im Rupertusblatt.

In den ersten 4 Jahren wurde die entstehende Rehhofsiedlung von den Priestern der Stadtpfarre Hallein mitbetreut – bis sie 1955 eine „Seelsorgestelle“ mit eigenem Seelsorger wurde.

Es war aber nicht nur die Sorge der Halleiner Schulschwestern, sondern auch der Wunsch einiger Siedler, eine eigene Kirche zu haben. Deshalb wurde auf Initiative des Halleiner Stadtpfarrers Dechant Loitfelder  im Jahre 1955 vom Österr. Siedlungswerk ein Siedlungs-Doppelhaus mit Garten erworben (der heutigen Pfarrhof). In diesem Haus wurde mit einigen baulichen Maßnahmen eine Notkirche errichtet. Die Benediktion der Notkirche erfolgte durch Erzbischof Dr. Andreas Rohracher am 23. Oktober 1955. Mit der Leitung der Seelsorgestelle wurde Pfarrer Josef Schitter betraut – die er dann auch bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1975 ausübte. Als sein größtes Verdienst sind zweifellos die Planung und der Bau der Kirche anzuführen.

Obwohl die Absicht, in der Rehhofsiedlung eine eigene Kirche zu errichten, seit den Anfängen der Besiedelung bestand, war „wegen Geldmangels an einen Kirchenbau vorläufig nicht zu denken“ (Schitter). Erst als zu Beginn des Jahres 1964 der großherzige Gönner, Pfarrer i.R. Josef Lahnsteiner aus Hollersbach den Ertrag seiner Heimatbücher als Zuwendung von S 500.000,00 (ca. 1/6 der geplanten Kosten) zur Verfügung stellte, konnte an die Verwirklichung geschritten werden und der Bau zur Vergebung ausgeschrieben werden … Noch im Sommer 1964 wurde die Baugrube ausgehoben und bis zur Jahreswende die Grundmauern betoniert.

So konnte also … mit der Arbeit so zügig begonnen werden, dass man im Rupertusblatt vom Ostersonntag, 18. April 1965 schon lesen konnte: „Eine neue Kirche ist in der Rehhofsiedlung bei Hallein im Entstehen. Am Ostermontag, dem 19. April 1965 wird um 16.00 Uhr der Hochwürdigste Herr Erzbischof den Grundstein weihen und anschließend bereits innerhalb der neuen Kirchenmauern das erste Hl. Messopfer feiern.“ Noch im Jahr 1965 wurde der Rohbau fertiggestellt, so dass man während des Sommers aus der Notkirche zu den Gottesdiensten schon in den großen Raum übersiedelte, im Winter allerdings kehrte man wegen des Fehlens der Heizung wieder in die Notkirche zurück.

Da man allgemein annahm, dass sich die rasch wachsende Rehhofsiedlung bis zu einer Bevölkerungszahl von 16.000 erweitern würde, forderte die Erzdiözese Salzburg, dass die Kirche rund 1.000 Menschen fassen müsste, das heißt ca. 500 Sitz- und einige hundert Stehplätze. … Bald danach (1967 ?) wurde das Unternehmen „Rehhofer Kirchenbau“ eingestellt.  Es ist nicht ohne weiteres festzustellen, ob daran das vorzeitige Versiegen der finanziellen Mittel (der riesige Turm verschlang eine Unsumme) oder die Uneinigkeit zwischen diözesaner Finanzkammer und Pfarrer und Siedlern bezüglich der Kircheneinrichtung und der Kirchenraumgestaltung die Schuld trug.

Da der im Rohbau fertiggestellte eigentliche „Kirchenraum“ nunmehr keine eigene Bestimmung hatte, wurde er zunächst als Lagerraum an mehrere Firmen hintereinander vermietet; der dabei erzielte Erlös kam der Einrichtung des Kindergartens zugute. …

In der Folge wurden die Gottesdienste 23 Jahre im heutigen Pfarrsaal, der behelfsmäßig als Kirche eingerichtet wurde, gefeiert.

1981 erfolgte die Aufsteckung des Turmkreuzes.

1985 haben die maßgeblichen pfarrlichen und diözesanen Gremien entschlossen, den Ausbau der Kirche in Angriff zu nehmen. Baubeginn war der 14. November 1986.

Nach zügiger Arbeit konnte Erzbischof Dr. Karl Berg am 13. März 1988 (Anmerkung: 4. Fastensonntag d.J.  - "Laetare") unter großer Beteiligung der Bevölkerung die Kirche feierlich weihen und ihrer Bestimmung übergeben.

Am 2. Juli 1989 hat Dr. Karl Berg als Alterzbischof auch die Glockenweihe vorgenommen.

Mit der Weihe der Orgel am 4. Fastensonntag 1998 (22.03.1998) zum 10-Jahr-Jubiläum der Kirche wurde der Ausbau der Kirche abgeschlossen.

 

Seelsorger in Rehhof:

1955 - 1975                    Pfarrer Josef Schitter                                                                              

1975 - 1992                    Pfarrer Prälat Bruno Regner                                                                  

1975 - 1981                    Pastoralassistentin Katharina Achrainer                                                

1981 - 1992                    Pastoralassistentin Gertrude Fuchs                                                                                                    

seit      1992                    Pfarrer Generalvikar Dr. Hansjörg Hofer

1992 - 2007                    Pastorale Mitarbeiterin Renate Wagner                                                 

2007 - 2014                    Pfarrassistentin Sr. Anna Feichtner FMA                                                

seit 2014                         Pfarrassistentin Maria Hadwiger